Das erste deutschsprachige Tape Art Handbuch

Kurz vor Weihnachten landete das Buch Tape Art: Kunst mit Klebeband – Ideen und Projekte in meinem Briefkasten, geschrieben und zusammengestellt vom Tape-Art-Kollektiv Klebebande in Zusammenarbeit mit Eva Hauck. Welches Potential Tape Art für den Kunstunterricht bietet, wurde hier auf dem Blog schon an anderer Stelle beleuchtet, nun steht mit der vermutlich ersten deutschsprachigen Publikation, die sich allein dem Thema Tape Art widmet, auch eine Art Handbuch zur Verfügung.

Klebebande: Tape Art, Haupt Verlag

Klebebande: Tape Art, Haupt Verlag

Inhalt

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Eine Kiste buntes Klebeband…

Wandbild aus Klebeband…kann auf vielfältige Art und Weise im Kunstunterricht nützlich sein: Allem voran natürlich zum Gestalten von Wandbildern als Tape Art.

Solche Wandbilder können auch als Lernhilfe bzw. Visualisierung von Lerninhalten dienen, z.B. als Klebebild oringinalgroßer griechischer Säulen im Flur der Schule, um daran Aufbau, Proportionen und Fachbegriffe zu verdeutlichen und nachvollziehbar zu machen. Ebenso lassen sich z.B. auch die Proportionen des menschlichen Körpers anhand der Mitschüler und Mitschülerinnen erforschen.

ionische Säulen aus Klebeband

ionische Säulen aus Klebeband

Der große Vorteil dabei: Klebeband ist wiederablösbar (bei entsprechender Sorgfalt und Vorsicht meist auch spurlos) und  so kann wiederholt und problemlos korrigiert werden. Das reduziert mögliche Hemmungen und wirkt motivierend. Zudem wirkt die Wahl eines zunächst ungewöhnlich anmutenden künstlerischen Materials zusätzlich anregend.

Nicht zuletzt ist buntes Klebeband auch als farbenfroher „Schnelleinband“ für die selbstgebauten Skizzenbücher der Schüler unverzichtbar. Mehr zur Herstellung von und Arbeit mit Skizzenbüchern hier.

selbstgemachtes Skizzenbuch

selbstgemachtes Skizzenbuch

Klassenraumgestaltung #1

Das Problem: Einen Klassenraum mit möglichst wenig Aufwand verschönern – aber bitte nicht für die Ewigkeit. Die Lösung: ein Griff in die Street-Art-Trickkiste…

Mit Tape Art lassen sich schnell und unkompliziert wiederablösbare Wandbilder gestalten.

Der Begriff Tape Art beschreibt das Kleben von Bildern mit farbigem Klebeband. Entwickelt hat sich diese neue Form des Bildermachens im Kontext von Street Art – entsprechend findet man die geklebten Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Mittlerweile haben sich gar unterschiedliche Stile entwickelt, von rein linearen Arbeiten, die wie bei Aakash Nihalani  mit dem Phänomen Perspektive spielen, über den in Berlin tätigen Tape-Art-Pionier El Bocho, der auch schon eine komplette Fassaden gestaltet hat bis hin zum Niederländer Max Zorn, der nur mit braunem Paketklebeband arbeitet und durch das Übereinanderkleben mehrerer Schichten sehr differenzierte Brauntöne gestaltet, wie hier im Video zu sehen.

Wie Tape Art mittlerweile kommerziell genutzt wird, zeigt der Blog einer Stuttgarter Designagentur. Unter den dort dokumentierten Projekten finden sich jedoch interessante, auch für die Schule inspirierende Motive, wie z.B. bei der Gestaltung eines o2-Stores.

Auch das zdf-Morgenmagazin berichtete bereits über Tape Art – eine fragwürdige Ehre, aber ein recht informativer Beitrag, der nebenbei auch zeigt und erklärt, wie ein Tape-Art-Bild entsteht.

Tape Art ist die fassadenschonende Alternative zum Graffiti – die geklebten Bilder halten nicht lange Wind und Wetter stand. Sie sind auch per Hand leicht wieder ablösbar, was ein Korrigieren beim Arbeiten leicht möglich macht. So eignet sich Tape Art auch, das grafische Denken und lineare Arbeiten bei Schülerinnen und Schülern zu fördern – mit hohem Motivationsfaktor. Und wer weiß, vielleicht muss ja auch vor den Grenzen des eigenen Klassenraums nicht halt gemacht werden.

Foto: Sarah Domann