Bewertung im Zentralabitur Kunst

Das Abitur steht vor der Tür – und damit verbunden lange Korrekturabende oder -nachmittage. In einigen Bundesländern werden die Aufgaben für das schriftliche Abitur in Kunst zentral gestellt.Bewertung Zentralabitur Dies spart den Unterrichtenden zunächst die Arbeit der Erstellung eigener Abituraufgaben, die Bewertung der geschriebenen Klausuren kann sich aber als schwieriger erweisen, wenn man die Aufgaben nicht selbst entwickelt hat. In Mecklenburg-Vorpommern gibt das Ministerium dazu Korrekturhinweise heraus. Die formulierten Erwartungshorizonte sind zum einen häufig inhaltlich sehr detailliert, zum anderen wiederum sehr vage, aber das liegt für das Fach Kunst auch irgendwo in der Natur der Sache. Besonders sinnvoll können die allgemein formulierten Bewertungskriterien aber sein, wenn man sie z.B. in Form eines Rasters für die Bewertung nutzt. Berlin bietet beispielsweise eine praktische digitale Variante eines Bewertungsrasters für Klausurbewertungen mit dem Online-Klausurgutachten. Einige Hinweise zu dessen Nutzung sind hier zusammengefasst. In anderen Bundesländern kann man sich mit einer analogen D.I.Y.-Variante behelfen, die sich an den zentralen Vorgaben orientiert.

Bewertungsraster leicht gemacht

Für ein solches Raster genügt es im Prinzip, die Vorgaben aus den Handreichungen in einer Tabelle aufzubereiten. So können die Formulierungen aus den Lehrerhinweisen  auf der linken Seite des Rasters übernommen worden, in der Mitte kann die Qualität der vorliegenden Arbeit entsprechend des jeweiligen Kriteriums eingeschätzt werden und die letzte Spalte bietet Platz für ergänzende Hinweise, um die vorgenommene Einschätzung zu begründen. Ergänzend zu den in den Handreichungen genannten Kriterien lohnt sich zur Orientierung auch immer wieder ein Blick in die Bewertungskriterien der EPA (die kompletten 76 Seiten sind hier als pdf abrufbar). Bewertungsraster_webEin solches Raster ist schnell erstellt und kann eine gute Orientierung bei der Notenfindung bieten. In Kombination mit einer entsprechend programmierten excel-Tabelle lassen sich dann auch alle Teilnoten schnell zur Gesamtnote zusammenrechnen (auf dem heimischen Rechner aber ohne Schülernamen und andere persönliche Daten). Einige nützliche Tipps, das Korrigieren schneller und angenehmer über die Bühne zu bringen, gibt es übrigens beim Lehrerfreund.

Auch für die mündliche Prüfung lassen sich solche Raster auf der Basis der in den EPA beschriebenen Kriterien erstellen und nutzen. Ein Beispiel dazu kann per Mail angefordert werden. Ergänzt werden muss dieses Raster natürlich noch um den jeweiligen inhaltlichen Erwartungshorizont der entsprechenden Aufgabe.

Das erste deutschsprachige Tape Art Handbuch

Kurz vor Weihnachten landete das Buch Tape Art: Kunst mit Klebeband – Ideen und Projekte in meinem Briefkasten, geschrieben und zusammengestellt vom Tape-Art-Kollektiv Klebebande in Zusammenarbeit mit Eva Hauck. Welches Potential Tape Art für den Kunstunterricht bietet, wurde hier auf dem Blog schon an anderer Stelle beleuchtet, nun steht mit der vermutlich ersten deutschsprachigen Publikation, die sich allein dem Thema Tape Art widmet, auch eine Art Handbuch zur Verfügung.

Klebebande: Tape Art, Haupt Verlag

Klebebande: Tape Art, Haupt Verlag

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Im Museum

Noch zwei Wochen — bis zum 28.6.2015 — werden im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald Originale der beiden Brücke-Künstler Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff gezeigt, die an der Ostsee entstanden. Die Ausstellung umfasst neben Malereien, Zeichnungen, Holzschnitten und kleinen Steinskulpturen der beiden Vertreter des deutschen Expressionismus auch viele Privatfotos, Briefe und selbstgestaltete Postkarten, die Leben und Werk tatsächlich lebendig werden lassen. Aber nicht nur die ausgestellten Werke lohnen einen Besuch; auch das umfangreiche, schülernahe Begleitprogramm kann sich sehen lassen.

"Zwei Männer - Ein Meer" im Pommerschen Landesmuseum Greifswald

„Zwei Männer – Ein Meer“ im Pommerschen Landesmuseum Greifswald

So gibt es eine „Offene Werkstatt“ innerhalb der Ausstellung, die kleine und große Gäste an verschiedenen Stationen in Anlehnung an die ausgestellten Werke zum Malen, Zeichnen, Stempeln und Kleben einlädt. Die farbenfrohe Wandgestaltung der Werkstatt entstand im Rahmen eines Schulprojektes. Unter dem Motto „Mein Meer – starke Bilder von der Ostsee“ können außerdem eigene Ostsee-Fotografien eingesendet werden; ausgewählte Arbeiten werden im Museum präsentiert und begleiten die Ausstellung – ein guter Aufhänger für Unterrichtsvorhaben.

Die offene Werkstatt zur Ausstellung

Die offene Werkstatt zur Ausstellung

Lobenswert ist außerdem das Einbinden von Schulklassen in die Gestaltung der Ausstellung selbst: So wurde beispielsweise eine Art interaktiver Zeitstrahl-Tisch von  Schülerinnen und Schülern eines Gymnasiums vor Ort gestaltet, der einige originellere Daten und Fakten parat hält, als die, die professionelle Historiker/innen vielleicht ausgewählt hätten: Wann kamen Pyjamas in Mode? Wann wurde das JoJo erfunden?

Der mit Schülern entwickelte "interaktive" Zeitstrahl in der Ausstellung

Der mit Schülern entwickelte „interaktive“ Zeitstrahl in der Ausstellung

Weitere Informationen zu dieser sehr empfehlenswerten Ausstellung gibt es in einem Gastbeitrag, der auf dem Greifswalder Fleischervorstadtblog erschien.

Einige erste Anregungen und Tipps für Museumsbesuche und Rezeptionsförderung sind in der Rubrik Methodik zu finden, grundlegende und vertiefende Ausführungen zur Rezeption im Kunstunterricht unter Themen und Inhalte.

„Mir fällt nichts ein…“ — Kreativtechniken im Kunstunterricht

Wer kennt es nicht: Wird mit einer neuen Entwurfsaufgabe im Kunstunterricht begonnen, gehen die einen eifrig an die Arbeit, fangen an zu scribblen, zu zeichnen und zu bauen, während die anderen seufzen: Ich weiß nicht, was ich machen soll… ich habe keine Idee… ich bin unkreativ.

Infokarten Kreativtechniken und Fragekärtchen zur Ideenfindung

Hilfen zur Ideenfindung

Im Idealfall hat man als Lehrer oder Lehrerin in einer solchen Situation ein paar Tipps und Tricks parat, mit denen die Ideenfindung unterstützt werden kann. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Kreativtechniken, die Designer bei ihrer täglichen Arbeit nutzen und die mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht ausprobiert, besprochen und geübt werden sollten, um ihnen ein Handwerkszeug zur selbstständigen Entwicklung von Ideen an die Hand zu geben.

Eine Einführung verschiedener Techniken kann z.B. als Stationenlernen oder in Gruppenarbeit mit anschließender Reflexion über Einsatzbereiche und Vorzüge der jeweiligen Methoden geschehen. Sind die Schülerinnen und Schüler dann mit verschiedenen Techniken vertraut, reicht später ein Hinweis und eine Materialsammlung, die im Kunstraum zugänglich ist.

Designpoker

Designpoker

Ein Überblick über einige für den Kunstunterricht nützliche Kreativtechniken ist in der Rubrik „Unterricht / Methodik“ zu finden, weiterführende Informationen bietet z.B. die Seite kreativitätstechniken.info. Ein PDF mit Beschreibungen zu vielen Kreativtechniken hat zudem die IHK Hannover online bereit gestellt.

Auch einige aktuelle Kunstbücher haben das Thema Kreativtechniken im Zusammenhang mit Design schon aufgegriffen, z.B.: