Schrift ohne Stift

Zur Förderung der Experimentierfreude der Schülerinnen und Schüler, bzw. des Denkens in Alternativen während des Gestaltungsprozesses heute ein Vorschlag aus dem Bereich Schriftgestaltung:

Schrift ohne Stift – typografische Experimente im Stationenlernen in Klasse 9.

Hintergrund

Zu Jahresbeginn bot es sich an, inhaltlich zu Vorsätzen und Wünschen für das neue Jahr zu arbeiten. Aber auch zu jeder anderen Zeit im Jahr ist die Unterrichtsreihe durchführbar, z.B. in Anlehnung an Stefan Sagmeisters Projekt „Things I have learned in my life so far“*, bei dem der österreichische Grafik-Design-Star seine wichtigsten Lebensweisheiten sehr eigenwillig typografisch umsetzt und mit den unterschiedlichsten Materialien experimentiert, wie z.B. hier:

Die Aufgabe

Die Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse hatten in Anlehnung an Sagmeisters Werke die Aufgabe, eine Postkartengestaltung mit ihrem Motto (auch in Form eines einzelnen Schlüsselwortes) für das Jahr 2013 zu entwickeln. Der Text sollte dabei bewusst bildhaft gestaltet werden – passend oder ironisch gebrochen. Wichtigstes Kriterium jedoch: Die Ausführung der Arbeit mit Stiften ist nicht erlaubt! Nach der Ideenfindung durch Assoziationsübungen, Brainstorming oder écriture automatique folgte dazu eine Phase des Erprobens verschiedener Möglichkeiten der Gestaltung von Schrift ohne Stift im Stationenlernen. Hier sollten mindestens drei verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und entstandene Skizzen und Vorarbeiten zusammen mit der Ideenfindung im Skizzenbuch dokumentiert werden um später als Bestandteil der Bewertung berücksichtigt werden zu können.

Das Stationenlernen

Das Stationenlernen eignet sich hervorragend für das Erproben verschiedener Materialien und Techniken, da die SuS ihren Neigungen entsprechend eine Auswahl treffen können – es müssen nicht von jedem Schüler alle Stationen bearbeitet werden. Auch die Arbeitsdauer pro Station kann individuell bestimmt werden. Ein Laufzettel schafft dabei Orientierung. Zudem können an den einzelnen Stationen Materialien und Werkzeuge bereitgestellt werden, die nur in geringen Mengen verfügbar sind, und somit sonst nicht für alle SuS zur Verfügung stehen könnten. Die Lernatmosphäre mit Werkstatt-Charakter animierte auch eher zurückhaltende Schülerinnen und Schüler zum Experimentieren – häufig in Partnerarbeit.

Hier gibt es einen Überblick über die Vor- und Nachteile des Stationenlernens im Kunstunterricht.

Schrift ohne Stift — mögliche Stationen:

  • Materialwörter
  • Schrift mit dem Körper gestalten
  • Mit Licht schreiben
  • Buchstaben „finden“
  • Projektionen à la Jenny Holzer
  • Sticken und Nähen

Schülerinnen bei der Arbeit

Literaturempfehlungen:

Anregungen und Beispiele zum Erstellen der einzelnen Stationen finden sich u.a. in folgender Literatur:

(*=Amazon)

Kunstwerkstätten Lichtenberg

Kulinarisch-künstlerische Vergnügen kurz vor den Sommerferien

Am kommenden Montag starten die 18. Künstlerischen Werkstätten Lichtenberg mit einem vielfältigen Programm rund ums Thema „Essen“.

Von Montag bis Freitag werden über 100 Schülerinnen und Schüler aus Schulen des Bezirkes gemeinsam in den insgesamt elf verschiedenen Werkstätten schulübergreifend eigene Ideen und Projekte zum „Essen“ entwickeln und verwirklichen. Dabei werden sie nicht nur von KunstlehrerInnen des Bezirkes unterstützt: Mit von der kulinarischen Partie sind außerdem Grafiker, Fotografen und andere Künstlerinnen. Das Spektrum reicht entsprechend von Keramik, Textilkunst und einer Pralinenfabrik über klassische Techniken wie Ölmalerei und Kaltnadelradierung bis hin zu Bildbearbeitung am PC und ortsbezogenen Strategien der Street Art.
An der Mildred-Harnack-Oberschule, die gleich mit drei verschiedenen Werkstätten antritt, wird die Künstlerin Anne Amelang sogar versuchen, mit den Schülerinnen und Schülern aus Körperabdrücken Süßigkeiten herzustellen. Man darf also gespannt sein auf die Woche und die Workshop-Ausstellung, die am nächsten Freitag direkt im Anschluss an die Werkstatttage stattfindet. Hingehen lohnt sich; die eine oder andere Anregung für den eigenen Kunstunterricht wird auf jeden Fall dabei sein.

Workshop-Ausstellung Kunstwerkstätten Lichtenberg

Eröffnung: Freitag, den 15.06. um 13.00 Uhr

in der Jugendkunstschule Lichtenberg, Demminer Str. 4, 13059 Berlin

Die Künstlerischen Werkstätten sind ein Gemeinschaftsprojekt von Schulen im Bezirk in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Lichtenberg und werden vom Amt für Schule und Sport sowie dem Kulturamt Berlin-Lichtenberg gefördert. Sie finden sowohl an den teilnehmenden Schulen als auch in den Räumen der Jugendkunstschule Lichtenberg statt. Die Organisation nahm Caren Buschko vom Herder-Gymnasium-Lichtenberg in die Hand.

Rückblick und Ausblick: Kunstwerkstätten im Osten Berlins

Rückblick: Kunstwerkstätten Marzahn-Hellersdorf

Vergangene Woche ging die Ausstellung mit den Ergebnissen der 16. Kunstwerkstätten Marzahn-Hellersdorf im Ausstellungszentrum „Pyramide“ in Hellersdorf zu Ende. Die Werkstattwochen bieten SchülerInnen und LehrerInnen die Möglichkeit, intensiv an künstlerischen Projekten zu arbeiten, unabhängig vom 45- bzw. 90-Minuten-Takt im regulären Schulbetrieb. In Marzahn-Hellersdorf finden die Kunstwerkstätten in der Woche vor den Winterferien statt. Dieses Jahr nahmen 175 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen, von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe, aus den Schulen des Bezirkes teil und arbeiteten Ende Januar eine Woche lang gemeinsam unter dem Motto „Natürlich Kunst“ an unterschiedlichsten künstlerischen Projekten. Die von LehrerInnen und ReferendarInnen des Bezirkes angebotenen Werkstätten reichten von experimenteller Malerei über Radierung und Buchbinden bis hin zu Keramik und Verpackungsaktionen à la Christo & Jeanne-Claude. Auch aktuelle Ansätze im Bereich Stop-Motion-Animationen und Street Art waren vertreten: Ein Beispiel aus der Werkstatt an der Rudolf-Virchow-Oberschule, wo in Anlehnung an die Arbeiten Robin Rhodes aus Interaktionen mit Zeichnungen kleine Stop-Motion-Filme entstanden, gibt es hier auf der Videoplattform und Youtube-Alternative Vimeo.

Koordiniert wurden die Werkstätten erneut von der Multiplikatorin für Bildende Kunst im Bezirk, Katherin Bauersfeld. Wie auch schon im letzten Jahr entstanden viele beeindruckende Arbeiten, die der Öffentlichkeit mit einer Ausstellung in der Pyramide in Hellersdorf präsentiert wurden. Hier einige Eindrücke:

natuerlich_kunst2012

Ausblick: Kunstwerkstätten in Lichtenberg

Die nächsten Kunstwerkstätten in Marzahn-Hellersdorf finden Ende Januar 2013 statt, die Planung wird im August diesen Jahres beginnen. In der Zwischenzeit werden in der letzten Woche vor den Sommerferien die nächsten künstlerischen Werkstätten in Lichtenberg stattfinden. Hier wird man sich mit unterschiedlichsten Techniken und Ansätzen dem Thema „Das Essen“ widmen. Eine abschließende Ausstellung wird in der Jugendkunstschule des Bezirkes stattfinden.

Die Jugendkunstschule Lichtenberg verfügt übrigens seit einiger Zeit mit ihrem „Team Schule“ über eine ganz besondere Einrichtung: Hier wird Raum für schulische Projekttage geboten, betreut von KunstlehrerInnen des Bezirkes. Anmeldungen unter http://juksundschule.weebly.com. Das Team Schule erfreut sich mittlerweile so großer Beliebtheit, dass sämtliche Termine in diesem Schuljahr bereits ausgebucht sind. Mehr zum Team Schule demnächst hier auf dem Blog.