Stop-Motion-Animation im Kunstunterricht: Knethäschen pt.1

Nachdem einige meiner ehemaligen Referendar-KollegInnen schon während unserer Ausbildung mit SchülerInnen kleine Stop-Motion-Animationen à la Wallace & Gromit herstellten, habe ich nun auch endlich an der ISS eine achte Klasse, mit der ich unsere im Seminar gemeinsam entwickelte Unterrichtsreihe ausprobieren kann.

Hier die ersten Hasen, fertige Filme folgen hoffentlich bald.

Hintergrund

Dass die putzigen kleinen Nager aus Knete auch einen ernstzunehmenden didaktischen Hintergrund haben, versteht sich von selbst und sei hier nur ansatzweise skizziert:
Beim Bauen des Knethäschen lernen bzw. üben die Schülerinnen und Schüler nicht nur das modellierende Verarbeiten von Knete bzw. das dreidimensionale Gestalten (Produktion) sondern auch das Formulieren ihrer Arbeitsschritte in Form einer Anleitung (Reflexion). Auch der Einsatz gestalterischer Mittel wird hier gut überlegt und begründet.

Das Betrachten und Beurteilen der in der Klasse entstandenen Häschen (und der fertigen Filme am Ende der Reihe) schult Kritikfähigkeit, gegenseitige Wertschätzung und Rezeptionsfähigkeiten im Allgemeinen. Beim Erstellen des Films machen sich die SchülerInnen mit den Eigenschaften und Besonderheiten digitaler Medien und ihres Gebrauches vertraut. Durch das Arbeiten in Gruppen werden Kooperationsfähigkeit, Toleranz und auch das Planen von komplexeren gemeinsamen Arbeitsvorhaben geübt.

Dabei ist es immer wieder erstaunlich, wie positiv sich motivierende Kontexte auswirken: Ohne zu murren („Kunst ist doch kein Deutschunterricht!“) und ganz von allein werden dabei Gruppenarbeitspläne akribisch ausgefüllt und die gemeinsame Arbeit gewissenhaft schriftlich geplant und beschrieben. Selbst die sonst schnell vergessenen Hausaufgaben werden plötzlich gemacht — schließlich sollen die Filme ja noch bis zu den Sommerferien fertig werden…

Praxistipp Nr. 1:

Zur sicheren Aufbewahrung eignen sich Plastikbecher, die mit Namen beschriftet werden können.

hase im becher

Praxistipp Nr. 2:

Einen kurzen Film, der den Bau eines Knethäschens sehr anschaulich zeigt, gibt es auf der DVD zum Film „Wallace & Gromit – Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“ oder auch hier bei youtube.

3 comments

  1. Supertolle Idee! Die würde ich gerne mit meiner 7. Klasse ausprobieren – wie viel Gramm Knete muss man denn pro Schüler/in etwa einplanen?

    1. Gute Frage… in den üblichen Knetstangen gerechnet, braucht man für ein durchschnittlich großes Häschen (ca. 7-8 cm inkl. Ohren) vielleicht insgesamt 4-5 Stangen. Da aber von einzelnen Farben mehr gebraucht wird, habe ich dann zu den gemischten Knetstangen diese Pakete bestellt: https://www.amazon.de/gp/product/B000QC5E0S/ref=oh_aui_search_asin_title?ie=UTF8&psc=1, in Braun und Weiß. Je zwei Blöcke (plus einige Pakete bunter Knetstangen) haben für insg. 40 SuS gereicht und von verschiedenen Farben blieb natürlich etwas übrig. Aber Knete kann man ja immer irgendwie gebrauchen. Ganz grob über den Daumen gepeilt, würde ich sagen, insg. 50- 90g Knete pro Schüler/in. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Kulissen nicht unbedingt aus Knete gearbeitet werden müssen 😉

      1. Aufgaben, die im Bereich plasisches Gestalten und in der Visuellen Kommunikation angesiedelt sind, haben immer einen großen Reiz sowie das Potential den Schülerinennen und Schülern eine differenzeirte und vielfältige Sicht auf das Leben, Lernen, die Welt etc. zu ermöglichen. Dennoch sollten wir unbedingt bedenken, dass wir die dafür erforderlichen Materialien bei einem Kunst-Material Fachversandt, aber keinesfalls bei “amazon” bestellen! Schließlich haben wir als Lehrer eine Vorbildfunktion den Schülerinnnen und Schülern gegenüber und diese beginnt bereits mit unserem Kaufverhalten, das nicht darauf ausgerichtet sein sollte bei einem Konzern, dessen Mitearbeiter unter misereabelen, unmenschlichen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen arbeiten und der darüber hinaus sukzessive alle “Fachmärkte” in die Knie zwingt, einzukaufen.
        Ich bitte diese Anmerkung nicht als Affront zu verstehen, sondern lediglich als einen Impuls zur Reflexion unseres konsequenten Handelns als Kunstlehrer…

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